Bestimmt liegt der Erfolg für dieses Parfum (geschätzt geht alle 30 Sekunden ein Flakon Chanel No 5 über den Ladentisch) in der Abstraktion der blumigen Duftnoten. Als Coco Chanel den Parfumeur Beaux mit der Kreation eines Parfums beauftragte, wollte sie einen Duft, der alle anderen überragte und in den Schatten stellte. Eine Duftkomposition aus edelsten Rohstoffen wie Rose, Ylang Ylang, Jasmin wurde kreiert, die dem Parfumeur aber zu schwer war.
Aldehyde als Duftkatalysator für Chanel No 5
So wurden Aldehyde beigemischt, um den Duft freizusetzen, so wie man Erdbeeren mit Zitrone beträufelt, um den wahren Duft zu entfalten. Gleichzeitig hatten die Aldehyde den Effekt die einzelnen Duftstoffe zu vermischen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Parfums, die klar eine Duftnote ins Zentrum der Wahrnehmung stellen, bevorzugt Chanel No 5 keines seiner Noten. So kommt es, dass final die Persönlichkeit der Trägerin die Duftkomposition komplementiert. Es entsteht ein Parfum, dass an jeder Frau leicht anders riecht und deshalb nie langweilig wirkt.
Chanel No 5 Werbespots
Wohltuend auch die Vermarktung des Parfums durch seine wunderschönen, Maßstäbe setzenden Werbespots. In den 80er Jahren setzte Ridley Scott mit seiner Trilogie „Share the fantasy“ die französiche Schauspielerin Carole Bouquet in Szene. Untermalt waren die Werbespots mit Songs wie Nina Simons „My baby just cares for me“ oder „Sea of love“. Unglaubliche Sexyness versprühte Leonard Nimoys Stimme, wenn er aufrief „share the fantasy“.

Regie: Ridley Scott, Musik: Vangelis, Model: Carole Bouquet

Regie: Ridley Scott, Musik: Nina Simone „My baby just cares for me“, Model: Carole Bouquet

Regie: Ridley Scott, Musik: The ink Spot „I don´t want to set the world on fire“

Regie: Luc Besson, Musik: Filmmusik „Edward mit den Scherenhänden“, Model: Estella Warren

Regie: Baz Luhrmann, Model: Nicole Kidman
Qualität des Originalextrakts bewahren
Wer jetzt denkt, dass Chanel No 5 ein Maßenprodukt geworden ist, irrt gewaltig. Das Haus Chanel arbeitet konsequent daran, die Qualität des Originalextrakts hochzuhalten und regt den Anbau von Jasmin, der opulent in Chanel No 5 vorkommt, auf den Feldern rund um die Parfumhochburg Grasse an. Die Jahresproduktion von 20 Tonnen geht komplett an Chanel, wo das Parfum streng kontrolliert und im Sinne des Hauses Chanel weiterentwickelt wird.
Die Kunst sich zu parfümieren
Als 1921 Chanel No 5 auf den Markt kam, war die Art des Parfumierens eine dezente Geste. Ein Tropfen hinters Ohr, ein weiterer aufs Handgelenk oder wie Coco Chanel auf die Frage, wo sich eine Frau zu parfümieren habe, antwortete: „da wo man geküsst werden will.“
Heute wird das Parfum in grossen Gesten aufgesprüht, so kam dem Trend folgend als erstes das Eau de Toilette auf den Markt, vom Originalextrakt leicht abweichend mit Sandelholz beigemischt, danach wieder stärker dem Original verpflichtend, das Eau de parfum, und vor kurzem Chanel No 5 Eau première.
Mit „Eau première“ wollte man diejenigen Frauen erreichen, die das Original zwar mögen, aber finden, dass es nicht ihrer Persönlichkeit entspricht. So entstand eine frische leicht transparente Form von Chanel No 5.
Durch den konsequenten Erhalt des Originalextrakts und der modernen Weiterentwicklung des Dufts repräsentiert Chanel No 5 Klasse und Modernität im Sinne seiner Erfinderin Coco Chanel.











